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Auftritt 13. April 2002 Ziegenbrink OS

Ein Auftritt im JZ Ziegenbrink OS steht an. Sind diese Ziegenbrink-Auftritte nicht irgendwie legendär??!

Mit von der Partie sind Wicked Sideburns aus Mettingen, World_Down aus Erfurt, Mourning Caress aus Münster und die Teenie- Götter Lily Marleen (Lingen).

Lily Marleen - da gehöre ich ja auch selber zu – sollen den Anfang machen... so von wegen Einheizer – kicks ass, shocking, terrifying und so...

20 Uhr ist Beginn – ich guck' auf meine Uhr, 19.30 Uhr – Wo ist der Riffmaster?

Weißt du Timo Knifka, ist das nicht der Grund, weshalb wir dich alle so lieben? So bleibt es doch spannend...

„Kurz“ nach 20 Uhr, Beginn – wir liegen noch so in etwa im Zeitrahmen...

Zu den illustren Klängen des Frederic Chopin – Ballade No. 4 in Fminor OP 52 (Hail to you master) entern vier Gestalten achtern das Deck. Einheitsdress ist angesagt: Springerstiefel, BW – Hose, Unterhemd, Sonnenbrille...

In diesem Moment wird mir klar – ey Marco das wahr ein verdammt heroischer Auftritt – unterstützt von (doch recht) tosendem Zuschauerapplaus. Genau in diesem Moment weißt du: – ihr Vier seit Helden... moment VIER! Ich zähle: Roman, Lars, Timo und ich – So ein Piss, wo ist Fokko??? Piss – traf es dann auch, denn wenig später kam dieser vom Selbigen! – freundlich der Menge zuprostend... das ist Entertainment, oder so?

Der Auftritt verläuft in der gewohnt unterhaltsamen Blutspuckmusikabend-veranstaltungsmanier – gegen Ende des Abends sieht man immer aus wie ein Tampon (danach). Man kann uns jetzt Blutrünstigkeit, oder eben auch Teenie – Aufklärung vorwerfen! Aber nicht Leidenschaftslosigkeit, Apathie oder andere Symptome, die in einem Atemzug mit dem Grunge genannt werden.

Unser Auftritt endet mit dem Contra – martialischen „Lili Marleen“ in der Lale Andersen – Fassung – eingeleitet von einer düsteren Mundharmonika-Interpretation jenes Songs, der uns seit nunmehr 5 Jahren Pate steht... Applaus! Abschminken! Bier!!!

Der nächste Act – Wicked Sideburns – New Core aus Mettingen. Eine Schülerband, die ihre Wurzeln, in der vom Hardcore beeinflussten, damaligen New-Metal- Szene sehen. Hm, New-Metal – Nu-Metal, das ist doch noch gar nicht so alt!

Kennt ihr Limp Bizkit? – Die Erfinder einer revolutionär- neoklassistischen, beat-betonten Musik!

Haben wir nicht alle das Rad neu erfunden?! Nein?! Oder doch?! Ohne abschweifen zu wollen, ich spreche hier von Pantera und Machinehead. – Ja genau, das war auch schon mal New-Metal – und da sehen Wicked Sideburns ihre Godfathers. Vielleicht noch ein wenig gewürzt mit Korn (hauptsächlich die Band) und eben jenen Erfindern des Rades. Ich möchte hier noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, das ich Machinehead und Limp Bizkit nicht in die selbe Schublade stecke. Man billige mir ein musikhistorisches Grundverständnis zu! Danke!

Wicked Sideburns sind übrigens auf einer Newcomer- Stage der diesjährigen PopKomm zu sehen.

World_Down aus Erfurt schlagen in eine ähnliche Kerbe wie ihre Vorgänger. Ähnlich, weil auch sie Hardcore-Elemente verbraten. Nicht in die gleiche (Kerbe), weil sie eigentlich nur Hardcore-Elemente verbraten...

Aber was heißt hier nur! Das was die Junx an diesem Abend bieten, duldet keine Scheu vor dem professionellen Vergleich. Hut ab! Erst recht wenn man bedenkt, das World_Down mit zwei Gastsängern angereist ist (der Sänger ist im Urlaub), die sich erst wenigen Tage vor dem Auftritt das Gegröle rein geprügelt haben.

Ohne die Spannung vorwegzunehmen – World_Down stellten sich an diesem Abend, insbesondere soundtechnisch, als die beste Band heraus. Und jetzt die eigentliche Überraschung: obwohl ich keinen Hardcore mag! Solidarität – wir schreiben sie groß – SOLIDAR....

So gegen 23 Uhr...

das Zeit relativ ist, muß Einstein im Suff eingefallen sein! Und er hatte recht! Ich versuche Einstein an dieser Stelle einmal auf einer eher unkonventionellen Art und Weise zu interpretieren.
Du trinkst – Umbaupause! Du trinkst – Wicked Sideburns! Du trinkst – Umbaupause –! Du trinkst – World_Down! Du trinkst – Umbaupause! Du trinkst – Mourning Caress?

Irgendwie logisch – aber? – Oh Fluch der inneren Uhr! Als ich realisiere das Mourning Caress spielen, haben sie auch schon fast wieder aufgehört! Blackout? Nein – Relativität der Zeit! Dumme Ausrede?! Nein – Relativität der Zeit!

Tabula rasa! Eigentlich war ich ja auch nur 10 Minuten unaufmerksam - und hier schließt sich der Kreis! Warum spielt der Headliner nur 25 Minuten?

Kurz zu Mourning Caress: Hammer, 5 out of 7 pts! Legacy, 14 out of 15 pts! Metal Heart, 8,5 out of 10 points! Rock Hard, 8 out of 10 points! Die Band erinnert mich an In Flames, auch wenn die Vocals des öfteren Ausflüge in Black-Metal – Gefilde unternehmen. Muß schon sagen. Schockt wohl! Auch wenn die Band wahrscheinlich schon motiviertere Auftritte gespielt hat.

Aber ich muß an dieser Stelle doch einmal unseren Gitarristen in Schutz nehmen – die Auftrittsverzögerung begründete sich hauptsächlich aufgrund technischer Mängeln (anm. von Large: und weil eine hier nicht genannte Band ungefähr zwei Stunden zu spät kam, und deshalb kein Soundcheck möglich war. Wir warens nicht ;). Lars but no beast – Ein riesen Dank an: Andre, Wolf, und Spirit Corpse – die diesen Auftritt für alle obigen Bands erst möglich gemacht haben.

MO